Ein Satz mit X war die Vorstellung des BBC Coburg am 20. Spieltag bei den Fellbach Flashers. Ohne Biss und ohne die nötige Durchschlagskraft in der Offensive unterlagen die Vestestädter den Schwaben verdientermaßen mit 63:78. Kein Viertel konnte der BBC zuzüglich 20 Ballverlusten in der Gäuäckersporthalle für sich entscheiden. Darüber hinaus erzielten die Coburger, bei denen Kapitän Nico Wenzl mit 17 Zählern Topscorer wurde, in keinem der vier Spielabschnitte über 20 Punkte.
Eine leise und unschöne Vorahnung verspürte BBC-Cheftrainer Patrick Seidel bereits während der Vorbereitung auf die Flashers: „Das war heute leider ein sehr schwacher Auftritt von uns, was nach der Trainingswoche allerdings auch etwas absehbar war. Wir haben die ganze Woche über schon unsere Einstellung und Motivation moniert, aber allen voran unsere Körpersprache und Energie. Genauso ist es dann heute auch eingetreten. Das war ein ganz anderes Gesicht als das Spiel gegen die Bayern. Auch die Trainingswochen waren komplett verschieden. Dementsprechend haben wir heute hoffentlich verstanden, dass wir viel besser trainieren und viel mehr Energie investieren müssen. Fellbach hat das natürlich auch gut verteidigt, hat viel geswitcht und wir haben da schlechte Lösungen gefunden. In der Defensive war unsere Pick-and-Roll-Verteidigung leider auch nicht auf dem aggressiven Level, wie sie sein sollte. Deshalb haben wir heute insgesamt verdient verloren und jetzt müssen wir einfach schauen, dass wir die Intensität im Training wieder hoch schrauben.“
Von Beginn an tat sich der BBC schwer in die Partie zu finden. Besonders in der Offensive wollte den Coburgern nur wenig gelingen. Zu wenig Tempo gepaart mit einigen Unkonzentriertheiten und einfachen Fehler resultierten darin, dass die Mannschaft von Patrick Seidel schnell ins Hintertreffen geriet. Erst die Einwechslung von Big Man Ole Theiß brachte mehr Energie und offensive Erfolgserlebnisse ins Coburger Spiel. Sieben Punkte erzielte der Center im ersten Viertel und hielt die Vestestädter somit in Schlagdistanz nach zehn gespielten Minuten (16:20). Als dann der wiedergenesene Nico Wenzl nach der Viertelpause zwei Dreier in Folge einnetzte, schienen die Coburger endgültig in der Partie angekommen zu sein. Doch der Schein trügte. Tatsächlich sollte das 22:20 die einzige BBC-Führung im gesamten Spiel bleiben. Denn die Flashers machten sich eine anschließend knapp sechs Minuten andauernde Phase der Coburger zunutze, in der einzig Darius Dawson einen weiteren Freiwurf aufs Punktekonto packte. Währenddessen legte Fellbach 13 Zähler nach, verpasste allerdings sogar noch mehr Kapital aus der Schwächeperiode der Vestestädter zu schlagen. Mit elf Zählern Rückstand (28:39), zehn Turnovern und keinem einzigen Offensiv-Rebound auf der Habenseite ging es für den BBC zum Pausentee.
Nach dem Seitenwechsel war es wieder Wenzl, der zwei schwierige Distanzwürfe traf. Zusammen mit zwei Fastbreak-Punkten von Fasoyiro, der einen gebrauchten Tag erwischte, und Zählern von Dawson schoben sich die Coburger sogar wieder bis auf 38:43 an die Hausherren heran. Doch das sollte es mit den glanzvollen Offensiv-Momenten des BBC endgültig gewesen sein. Fellbachs Tyseem Lyles versenkte im Gegenzug zwei Dreier. Dazu legte Nik Schlipf drei Freiwürfe nach, womit der Rückstand wieder in den zweistelligen Bereich anwuchs (40:52). Den Vestestädtern wollte ähnlich wie im zweiten Viertel aus dem Feld nichts mehr gelingen. Nur Finn Döntgens brachte mit acht erfolgreichen Freiwürfen weiter Zählbares aufs Scoreboard. Fellbach hingegen baute den Vorsprung im Schlussabschnitt Stück für Stück aus. Starke 26 Assists verteilten die Flashers über die Partie hinweg. Dazu erarbeiteten sich die Schwaben ganze zwölf Wurfversuche mehr als der BBC. Trotz etwas Coburger Ergebniskosmetik gegen Ende ging auch der direkte Vergleich an Fellbach, was bei Punktgleichheit im späteren Saisonverlauf noch von Bedeutung sein könnte.
BBC Coburg:
Egger, HÖLLERL 13 (3 Rebounds), Neunhoeffer, WENZL 17 (4 Assists, 5/11 Dreier), HERZOG 5, FASOYIRO 4, DAWSON 11 (3 Assists, 8 Rebounds), Theiß 7 (3 Rebounds), Lahr, Döntgens 6 (4 Rebounds), Ćosić
Um zu beweisen, dass die schlechte Trainingswoche und die anschließende Pleite bei den Flashers nur ein Ausrutscher war, haben die Vestestädter bereits am kommenden Sonntagnachmittag (15.02.) im Topspiel gegen Ludwigsburg in heimischer Halle die Chance auf Wiedergutmachung.


