Die Brust des BBC Coburg vor den Playoffs wird immer breiter und breiter. Im letzten Auswärtsspiel der regulären Saison setzten sich die Vestestädter auch bei den Dresden Titans mit 75:64 durch und bauten damit die eigene Erfolgsserie auf fünf Spiele am Stück aus. In einer wilden und phasenweise chaotischen Partie war es Coburgs Pokalsieger Nico Höllerl, der mit zwei wichtigen Distanzwürfen in der Crunchtime seine Mannen erneut auf die Siegerstraße brachte, ehe sein ansonsten vom Wurfpech verfolgter Kapitän Nico Wenzl den Titans endgültig den Stecker zog. Bester BBC-Werfer wurde allerdings US-Amerikaner Darius Dawson, der mit 20 Zählern seine persönliche Statistik in jedem Saisonspiel zweistellig zu punkten weiter fortführt.
Auch wenn es für die Schützlinge von Patrick Seidel ausschließlich darum ging, den Druck auf Tabellenführer Ulm weiter aufrecht zu erhalten, ließen die Coburger zur Freude des Hauptübungsleiters vor allem in der Defensive vergleichsweise wenig zu: „Solche Spiele sind immer sehr unangenehm, weil vor dem Spiel klar war, dass wir weiter Zweiter bleiben und es für Dresden noch um die Playoffs geht. Dementsprechend fand ich, dass wir die Aufgabe trotzdem recht solide gelöst haben. Wir hatten einen guten Beginn, danach haben wir länger rotiert, damit auch jeder auf seine Spielzeit kommt. Am Ende des Tages haben wir es dann recht gut bis zum Schluss verteidigt. Wir waren da besonders in der Verteidigung phasenweise sehr aggressiv und in der Offensive sind wir entspannt und cool geblieben. Deshalb war es ein verdienter Sieg, auch wenn es insgesamt jetzt keine Glanzleistung war.“
Zu dem bereits länger verletzten Pepe Lahr gesellte sich auf Coburger Seite kurzfristig auch noch Tim Herzog. Dennoch erwischte der BBC in einer hektischen Anfangsphase den besseren Start. Ähnlich wie im Spiel gegen Würzburg fielen früh die Würfe von außen (13:5). Besonders Fasyoiro und Dawson hatten in der Margon Arena keine Anlaufschwierigkeiten. Acht bzw. sieben Punkte steuerten die beiden Coburger Importspieler im ersten Viertel bei. Hinzu kam Youngster Felix Egger, der mit zwei erfolgreichen Dreiern innerhalb von 30 Sekunden die BBC-Führung auf 21:9 ausbaute. Die Titans setzten vor allem durch Leo Alban zum Ende des ersten Spielabschnitts immer wieder Nadelstiche und verkürzten somit auf Minus acht zur Viertelpause (25:17).
Nach einer kurzen Dunking-Show von Dresdens Otakho und Dawson auf der Gegenseite kamen die Offensiv-Bemühungen sowohl bei den Elbriesen als auch bei den Vestestädtern aber vorerst zum Erliegen. Wenig bis gar nichts wollte beiden Mannschaften am vorderen Ende gelingen, bis erst Günther und im Anschluss Theiß für den BBC wieder Zählbares aufs Scoreboard brachten (34:24). Dresden, das bis dato keinen einzigen Dreier versenken konnte und mit einem Sieg einen großen Sprung in Richtung Postseason machen würde, tat sich offensiv weiter schwer, Rhythmus zu finden. Der erste erfolgreiche Distanzwurf von Kollmar vier Minuten vor der Halbzeitpause kam da ganz gelegen (35:27). Tatsächlich arbeiteten sich die Hausherren daraufhin bis auf drei Punkte an die Coburger heran, doch ein Vier-Punkte-Spiel von Fasoyiro kurz vor der Pause besorgte nicht nur den 40:33-Halbzeitstand aus BBC-Sicht, sondern brachte auch wieder etwas Luft zwischen dem vor dem Spieltag Tabellenzweiten und -siebten.
Ähnlich wie in Durchgang Nummer eins waren wilde Sequenzen mit Turnovern und Fehlwürfen auf der eine wie auf der anderen Seite auch im dritten Viertel keine Mangelware. Die Vestestädter behielten allerdings nicht nur im Ergebnis weiterhin die Oberhand. Auch spielerisch und dank einer weiter sehr ordentlichen Dreierquote nutzte der BBC wie zu Beginn des Spiels Fehler der Titans aus: Wenzl für drei und Höllerls sieben Zähler am Stück stellten Mitte des dritten Viertels auf 53:39 für Coburg. Doch zwei aus der Not geborene Dreier von Dresdens Dimitrov drehten das Momentum allmählich zugunsten der Sachsen vor den letzten zehn Minuten (54:47).
Wieder in Schlagdistanz holten Alban und Kollmar die Zuschauer in der Margon Arena schließlich endgültig zurück ins Spiel (54:52). Der BBC tat sich in dieser Phase besonders schwer, offensiv Antworten auf die energische Titans-Defense zu finden. Immer wieder zwangen die Dresdner Nico Wenzl und Co. zu Notwürfen mit Ablauf der Shot Clock. Der Coburger Vorsprung war vorerst dahin und so besorgte Kollmar von der Freiwurflinie die erste Elbriesen-Führung der Partie (57:56). Dawson stoppte den Lauf der Sachsen mit vier Zählern in Folge, ehe Höllerl sich sein Herz in die Hand nahm und mit zwei wichtigen Drei-Punkte-Würfen direkt hintereinander den BBC mit 66:59 erneut in Front brachte. Einen anschließenden Dreier mit Foul von Kollmar hielten die Coburger stand, bevor Wenzl, der das ganze Spiel über nahezu nichts getroffen hatte, eine Minute vor dem Ende mit Ablauf der Wurfuhr die Titans mitten ins Herz traf (71:64). Fasoyiro und Dawson sicherten anschließend den fünften BBC-Erfolg in Serie von der Freiwurflinie ab.
BBC Coburg:
Egger 6 (2/4 Dreier), HÖLLERL 14 (7 Rebounds, 4 Steals, 3/5 Dreier), Neunhoeffer 2, Günther 3, WENZL 6 (7 Assists, 3 Steals), FASOYIRO 15 (3 Assists, 3/6 Dreier), DAWSON 20 (8 Rebounds), THEIß 4 (5 Rebounds), Döntgens 4 (7 Rebounds), Motter, Ćosić 1 (3 Rebounds)
Am letzten Hauptrunden-Spieltag (28.03.) wartet mit dem Franken-Thüringen-Derby gegen die CATL Basketball Löwen aus Erfurt noch ein richtiges Schmankerl auf die Coburger Fans, bevor sich die Vestestadt langsam aber sicher für die geilste Zeit des Jahres bereit macht.


