Four in a row! Coburger Dominanz im Frankenderby

Four in a row! Coburger Dominanz im Frankenderby

Vor 1075 Zuschauern in der heimischen HUK-COBURG arena ließ der BBC Coburg im Frankenderby gegen die VR-Bank Würzburg Baskets Akademie ordentlich die Muskeln spielen. Dank eines wahren Dreier-Regens in einem überragenden ersten Viertel (38:13) setzten sich die Vestestädter früh deutlich ab, bauten den Vorsprung phasenweise auf über 30 Zähler aus und siegten schließlich ungefährdet mit 91:70. Die Coburger sichern damit Rang zwei ab und können sich nach dem Ulmer Patzer gegen Dresden wieder Hoffnungen auf den ersten Hauptrundenplatz machen. Auf der Gegenseite bedeutet der Sieg des BBC, dass Würzburgs sportlicher Abstieg zwei Spieltage vor Abschluss der regulären Saison nicht mehr zu verhindern ist. Bester oberfränkischer Werfer wurde Dylan Fasoyiro mit 24 Punkten. Dazu schrammte Coburgs Kapitän Nico Wenzl mit 14 Zählern – allesamt im ersten Viertel – und neun Assists nur hauchzart an seinem fünften Double-Double der Saison vorbei. Bei den Unterfranken erzielte der Ex-Coburger David Gerhard 18 Punkte.

Für BBC-Coach Patrick Seidel und seine Mannschaft war es Heimsieg Nummer zehn im elften Heimspiel, womit die Vestestädter ihre Stellung als bestes Heimteam der Liga zementierten. Gleichzeitig konnte der BBC den vierten Erfolg in Serie feiern. Am „besten Viertel der Saison“ und der Möglichkeit, der zweiten Coburger Garde viele Minuten zu geben, hatte auch der Cheftrainer große Freude: „Wir hatten heute einen extrem fulminanten Start ins Spiel, womit wir uns eigentlich auch direkt schon die lange Rotation verdient haben. Es hat mich sehr gefreut, dass wir den Ball so gut bewegt haben. Unsere Dreierquote und unsere Intensität im ersten Viertel haben wirklich ihresgleichen gesucht. Das war meiner Meinung nach unser bestes Viertel der Saison. Danach haben wir die Rotation natürlich erweitert, jeder durfte mal aufs Feld und die Spieler, die sonst nicht so viel spielen, haben dann einfach die Chance bekommen und Erfahrung sammeln dürfen. Das war dann schön zu sehen, wie sehr sich alle auch für die Jungs gefreut haben. Rund um war das wirklich ein gelungener Auftritt von uns und jetzt haben wir noch zwei Spiele, bevor wir Richtung Playoffs schauen können.“

Nach drei Würzburger Punkten zum Start öffnete BBC-Youngster Felix Egger, der erneut in der Starting Five von Patrick Seidel stand, die Schleusen von der Dreierlinie. Es folgten Fasoyiro, zweimal Wenzl und Höllerl, die allesamt von außen einnetzten (15:7). Flinke und wachsame Coburger Hände zwangen den Nachwuchs des Bundesligisten anschließend immer wieder zu Ballverlusten, die vorne in einfachen Fast-Break-Punkten ihre Belohnung auf der Anzeigetafel fanden. Beim Stand von 21:9 nach sechs gespielten Minuten musste Baskets-Coach und BBL-Legende Alex King bereits seine zweite Auszeit nutzen. Doch der Coburger Offensiv-Rausch kam auch dadurch nicht zum Erliegen: Erneut Wenzl von Downtown, Dawson per Slam Dunk und wieder Coburgs Kapitän von außen ließen die Abstiegsängste der Würzburger, die unbedingt einen Sieg in der Vestestadt benötigten, immer realer werden. Fasoyiro, wie sollte es auch anders sein, stellte mit seinem zweiten Distanzwurf auf 21 vor (32:11). Unglaubliche acht von zehn Dreiern versenkten die Coburger in den ersten zehn Minuten, die von Günther sehenswert zum 38:13 abgeschlossen wurden.
Etwas abgekühlter kamen die Vestestädter im Anschluss aus der Viertelpause. Dazu stabilisierten sich die Gäste defensiv allmählich, schenkten außerdem in der Offensive den Ball nicht mehr allzu leicht her und waren selbst durch Petric und den mit BBL-Erfahrung gespickten Philipps von der Dreierlinie erfolgreich (42:22). Dennoch blieb die BBC-Führung stets stabil um die 20-Punkte-Marke herum, da die Würzburger nie mehr als ein, zwei Angriffe hintereinander ins Punkten kamen. Auch die Coburger Scharfschützen verloren etwas von ihrer Treffsicherheit aus dem ersten Viertel. Erst Fasoyiro verwandelte zwei Minuten vor der Pause Dreier Nummer neun und besorgte hinterher mit drei erfolgreichen Freiwürfen den Halbzeitstand von 56:32.

Mit Seitenwechsel kam auch die Leichtigkeit aus dem ersten Viertel zurück ins BBC-Spiel. Gleich dreimal hintereinander krönten die Vestestädter ihre exzellente Ballbewegung mit Punkten von der Dreierlinie, darunter auch Wenzls Behind-the-Back-Assist, der die Zuschauer in der HUK-COBURG arena ein weiteres Mal aus ihren Sitzen hob (69:37). Über 30 Zähler war der Coburger Vorsprung derweil angewachsen und an ein mögliches Comeback der Unterfranken wie im Hinspiel kaum noch zu denken. Herzog stellte zum Ende von Viertel Nummer drei auf 34 Punkte vor, womit die Messe aus Würzburger Sicht bereits vor dem letzten Spielabschnitt endgültig gelesen war (83:49). Coburgs Headcoach bekam dadurch die Chance, Kräfte zu schonen und die verbleibenden Minuten auf alle Schultern zu verteilen. Kein BBC-Akteur musste am Ende mehr als 25 Minuten gehen. Würzburg dagegen steckte trotz des enormen Rückstands den Kopf nicht völlig in den Sand und kam allen voran durch den Ex-Coburger Gerhard und den MVP des Hinspiels Pisic zu einigen schön herausgespielten Punkten. Mehr als etwas Ergebniskosmetik in einem ansonsten vom Start weg eindeutigen Frankenderby war das allerdings nicht mehr.

BBC Coburg:
EGGER 3, Höllerl 8 (3 Assists, 3 Rebounds, 4 Steals), Neunhoeffer 8 (4 Rebounds), Günther 2 (3 Assists), WENZL 14 (9 Assists, 4/7 Dreier), Herzog 11, FASOYIRO 24 (3 Rebounds, 5/6 Dreier), DAWSON 10 (3 Assists, 4 Rebounds), Deinlein, THEIß 6 (4 Rebounds), Motter 3, Ćosić 2

Das letzte Auswärtsspiel der regulären Saison bestreiten die Coburger am kommenden Sonntagabend (22.03.) beim Favoritenschreck aus Dresden, der sich durch seinen zweiten Erfolg gegen den Tabellenführer aus Ulm bis auf Platz sechs vorgearbeitet hat und somit den Traum von den Playoffs weiter hegt.