Eine Saison für die Vereinsgeschichte: BBC Coburg startet am 12. April in die Playoffs

Eine Saison für die Vereinsgeschichte: BBC Coburg startet am 12. April in die Playoffs

Mit der erfolgreichsten Hauptrunde seit Vereinsgründung, Tabellenplatz 2 in der ProB Süd und dem lang ersehnten Einzug in die Playoffs blickt der BBC Coburg auf eine Saison zurück, die in der Vestestadt neue Maßstäbe gesetzt hat. Am 12. April empfangen die Vestestädter die Neustadt temps Shooters in der HUK-COBURG arena zum ersten Playoff-Heimspiel der Clubgeschichte.

Mit 18 Siegen aus 24 Spielen, einem Zuschauerschnitt von 933 Fans pro Heimspiel und dem gesicherten Heimrecht für Achtelfinale und Viertelfinale hat der BBC Coburg in der Saison 2025/26 Vereinsgeschichte geschrieben. Und das mit einem besonderen Beigeschmack: In der vergangenen Saison verpassten die Vestestädter die Playoffs am letzten Spieltag nur hauchdünn. Diesmal ließ man nichts anbrennen.

Ein Start wie aus dem Bilderbuch

Sieben Spiele, sieben Siege. Mit diesem Traumstart legte die Mannschaft von Cheftrainer Patrick Seidel im Herbst den Grundstein für eine außergewöhnliche Saison. Angeführt von den beiden US-Amerikanern Dylan Fasoyiro und Darius Dawson sowie Kapitän Nico Wenzl entwickelte der BBC schnell eine Identität, die ihn von vielen Konkurrenten unterschied: aggressiv in der Defensive, geduldig in der Offensive, abgeklärt in entscheidenden Phasen.

Cheftrainer Patrick Seidel ordnet den Saisonverlauf so ein: „Jeder kann in dieser Liga jeden schlagen. Deshalb ist jeder einzelne Sieg goldwert. Was mich an dieser Mannschaft am meisten beeindruckt hat, ist nicht die Qualität an guten Tagen, sondern die Reaktion an schwierigen. Das zeigt einfach, was für ein Team wir sind.“

Rückschläge als Reifeprüfung

Dass der Weg zu den Playoffs kein gerader war, gehört zur Ehrlichkeit des Rückblicks. Im Dezember kassierte der BBC zwei Niederlagen in Folge, verlor zeitweise die Tabellenführung und musste wochenlang mit einem ausgedünnten Kader auskommen. Kapitän Nico Wenzl, Tim Herzog und Ole Theiß fehlten verletzt oder erkrankt, in Ulm trat das Team mit nur neun Spielern an und führte dennoch zwischenzeitlich mit 14 Punkten.

Seidel über diese Phase: „Es war eine angespannte Trainingssituation. Trotz dessen haben wir sehr gut Energie aufs Feld gebracht. Vor den Jungs kann man da wirklich nur den Hut ziehen.“

Genau diese Reaktionsfähigkeit, so betont Geschäftsführer Wolfgang Gremmelmaier, mache den Charakter dieser Mannschaft aus: „Mit dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte, dem souveränen Einzug in die Playoffs und einer Spielweise, die weit über das hinausgeht, was viele zu Beginn der Saison erwartet hatten, hat der BBC Coburg ein Kapitel geschrieben, das uns alle mit Stolz erfüllt.“

Basketball begeistert Coburg

Einen besonderen Meilenstein setzte der 1. Februar 2026. Beim Heimspiel gegen den FC Bayern Basketball II strömten knapp 1.900 Zuschauer in die HUK-COBURG arena und stellten damit einen neuen Vereinsrekord auf. Der Zuschauerschnitt von 933 Fans pro Heimspiel unterstreicht diese Entwicklung: Die Zuschauerzahlen haben sich seit der Saison 2022/2023 nahezu verdoppelt.

Für Wolfgang Gremmelmaier steht diese Entwicklung sinnbildlich für das, was in Coburg gerade entsteht: „Basketball macht Coburg Freude. Basketball begeistert diese Stadt. Knapp 1.900 Zuschauer an einem Sonntagnachmittag gegen den FC Bayern zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

ProB-Manager Christopher Neudecker sieht in dieser Entwicklung die Grundlage für den nächsten Schritt: „Die Quantität unserer Sponsoren hat sich in dieser Saison spürbar erhöht. Wir haben bewiesen, dass ein professionell geführter Basketballclub in einer Stadt wie Coburg funktioniert, wächst und Menschen bewegt. Das ist die Basis, auf der wir jetzt aufbauen.“

Der Playoff-Modus: Heimrecht als Trumpf

Als Tabellenzweiter der ProB Süd trifft der BBC Coburg im Achtelfinale auf den Tabellensiebten der ProB Nord, die Neustadt temps Shooters. Das Achtelfinale wird im Modus Best of 3 ausgetragen, wer zuerst zwei Spiele gewinnt, zieht ins Viertelfinale ein. Durch den zweiten Tabellenplatz hat der BBC sowohl im Achtelfinale als auch im Viertelfinale Heimrecht, das bedeutet Spiel 1 und ein eventuelles entscheidendes Spiel 3 finden jeweils in der HUK-COBURG arena statt. Ein enormer Vorteil, den sich die Vestestädter in einer langen und anspruchsvollen Hauptrunde hart erarbeitet haben.

Tickets für das erste Playoff-Heimspiel am 12. April sind an den Vorverkaufsstellen der Apotheke am Forst in Weidach und der Apotheke im Wirtsgrund erhältlich. Zusätzlich öffnet die Abendkasse eine Stunde vor Spielbeginn.

Das Ziel war von Anfang an klar

Vor der Saison war es ausgerufen, jetzt muss es erreicht werden: der erste Playoffsieg in der Geschichte des BBC Coburg. Trotz der starken Hauptrunde ist das Kapitel noch nicht geschrieben. Seidel betont das unmissverständlich: „Defensiv haben wir in dieser Saison gezeigt, dass wir jeden Gegner in dieser Liga kontrollieren können. Wenn wir diese Intensität in die Playoffs mitnehmen und unser Spiel spielen, bin ich davon überzeugt, dass wir bereit sind. Aber gewonnen ist noch gar nichts.“

Gremmelmaier ergänzt: „Wir haben eine Ausgangslage, die wir uns hart erarbeitet haben und die wir jetzt entschlossen nutzen wollen. Der erste Playoffsieg in der Geschichte dieses Clubs, das ist es, wofür wir am 12. April antreten.“

Wäre ein sportlicher Aufstieg stemmbar?

Ein möglicher Aufstieg in die ProA wäre der sportliche Ritterschlag für den BBC Coburg. Doch er wäre auch eine strukturelle Herausforderung, die der Club offen benennt. Neudecker: „Die ProA bedeutet für uns als Club einen anderen Maßstab. Wir reden von einer Etaterhöhung von 40 bis 50 Prozent gegenüber dem heutigen Niveau.“

Das Parkett in der HUK-COBURG arena muss nach jeder Nutzung ab- und wieder aufgebaut und angeschafft werden. Im Jugend- und Officebereich wären zusätzliche Stellen notwendig. Und natürlich bedarf es einer konkurrenzfähigen Mannschaft für die zweithöchste deutsche Spielklasse. Neudecker richtet daher einen klaren Appell an die Coburger Wirtschaft: „Wir sind ein Verein, der liefert. Die Zuschauerzahlen, die Entwicklung, die Leidenschaft in dieser Stadt sprechen für sich. Jetzt brauchen wir Sponsoren und Partner, die gemeinsam mit uns den nächsten Schritt wagen.“