Der Weg ins Finale führt über Essen!

Der Weg ins Finale führt über Essen!

Viel Zeit, um den Halbfinaleinzug zu feiern, hatte der BBC Coburg nicht wirklich. Nur vier Tage nach dem 81:77-Nervenkrimi über die Baskets Juniors TSG Westerstede reisen die Vestestädter zum ersten Halbfinale nach Essen, wo mit den ETB Miners die wohl schwierigste Aufgabe der gesamten Saison auf das Team von Head Coach Patrick Seidel wartet. Jump in der Sporthalle Am Hallo ist am Sonntagnachmittag um 16 Uhr. Übertragen wird die Partie in gewohnter Manier auf Sporteurope.TV.

Hauptrundenerster im Norden, 22 aus möglichen 26 regulären Saisonspielen gewonnen, seit 10 Pflichtspielen ungeschlagen und ohne eine einzige Niederlage ins Playoff-Halbfinale eingezogen. Das ist die Bilanz der Mannschaft von Cheftrainer Lars Wendt in dieser Spielzeit. Nachdem überhaupt erst vor zwei Jahren der Schritt in die ProB gelang und direkt in der ersten Saison die Playoff-Teilnahme eingetütet wurde, galten die Miners bereits vor Saisonbeginn als heißer Anwärter für den Aufstieg. Nun trennen die Essener – und auch den BBC – nur noch zwei Siege vom Erwerb des sportlichen Teilnahmerechts für die ProA. Denn sowohl der Vize- als auch der Meister erfüllen die sportliche Qualifikation für einen Aufstieg.

Die Last auf mehrere Schultern verteilt

Für dieses Ziel stellten die Verantwortlichen aus der Ruhrmetropole vor der Saison einen tiefen Kader zusammen, der reichlich mit Talent gespickt ist, aber auch einiges an Erfahrung mitbringt. Gleich vier Miners-Spieler scoren dabei im Schnitt zweistellig, darunter Quashawn Lane, der mit 15,7 Punkten und 5,9 Assists pro Partie Essens Topscorer und Denker und Lenker zugleich ist. In der Saison 2023/24 lief der US-Amerikaner unter anderem schon für Paderborn in der ProA auf. Die meiste Erfahrung in Deutschlands zweit- und dritthöchster Spielklasse bringt allerdings Kapitän Niclas Sperber mit. Der 30-jährige trägt bereits seit 2024 das schwarz-weiße Miners-Trikot und ist mit 11 Zähler pro Spiel und einer Dreierquote von 37 Prozent einer der besten Essener Schützen. Dazu kommen der Portugiese Mychael Paulo (13 Punkte; 34 Prozent Dreier), der aus Hagen direkt im Ruhrgebiet geblieben ist, und Marc Friederici (12,1 Punkte, 33 Prozent Dreier), der erst vor kurzem im zweiten Viertelfinale gegen Schwelm mit 22 Zählern ein neues Career-High in der ProB aufstellte. Tatsächlich wechselte der 22-jährige Guard im letzten Sommer von den SBB Baskets aus Wolmirstedt nach Essen, gegen die die Miners im Vorjahres-Halbfinale mit 1:2 die Segel streichen mussten.

Ein erneutes Essener Aus im Halbfinale soll Friederici diese Saison verhindern. Doch Felix Egger und Co. werden sich mit allem, was sie haben, dagegen stemmen. Coburgs Youngster, der in den letzten Wochen immer mehr sein offensives Potenzial abrufen konnte und seinen Punkteschnitt in den Playoffs fast verdoppelt hat (von 3,7 auf 6,2 Punkte pro Spiel), hofft trotz der geringen Vorbereitungszeit – Essen hatte drei Tage mehr Pause – direkt in Spiel 1 überraschen zu können: „In den letzten beiden Runden gegen Neustadt und Oldenburg haben wir gesehen, dass wir jeden schlagen können. Mit Essen im Halbfinale wartet auch erneut ein sehr starker Gegner auf uns, dennoch ist unser klares Ziel der Finaleinzug, auch wenn wir der Außenseiter sind. Anders als in den ersten beiden Serien haben wir diesmal auch keinen Heimvorteil auf unserer Seite, das heißt, es wird umso wichtiger sein, direkt in Spiel 1 eine gute Leistung abzurufen, da wir mindestens ein Auswärtsspiel klauen müssen. Wir werden daher gut vorbereitet und hochmotiviert nach Essen fahren, um uns wenn möglich direkt das erste Spiel zu schnappen.“