Coburger Offensivdürre hält auch gegen Leverkusen an

Coburger Offensivdürre hält auch gegen Leverkusen an

Vor rund 750 Zuschauern bei der diesjährigen Heimpremiere setzte es für den BBC Coburg gegen die Bayer Giants Leverkusen eine im Ergebnis zu hoch ausfallende 53:74-Niederlage. Während die Vestestädter am defensiven Ende über weite Strecke der Begegnung einen durchaus sehr ordentlichen Job machten, mangelte es in der Offensive erneut an Firepower und der nötigen Durchschlagskraft. Lediglich 39 Prozent aus dem Zweipunkt-Bereich, 22 Prozent von jenseits der Dreierlinie und kein Viertel mit mehr als 17 erzielten Punkten waren schlichtweg zu wenig, um dem Topteam vom Rhein ernsthaft gefährlich zu werden. Die besten Coburger Werfer waren am Ende US-Amerikaner Savion Brown und Neuzugang Musa Abra mit jeweils 13 Zählern. Letzterer erwies sich in seinem ersten Auftritt im orangen Trikot als durchaus belebendes Element im Spiel der Mannschaft von Patrick Seidel.

Dennoch steht nach der zweiten Partie in Folge, bei der die 60-Punkte-Marke nicht geknackt wurde, fest, dass vor allem das fehlende Scoring den Vestestädtern derzeit die Chance kostet, um Siege zu kämpfen. Das sieht auch Coburgs Cheftrainer so: „Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich mit unserem defensiven Auftritt und den dortigen Fortschritten sehr zufrieden bin. Leider ist natürlich offensiv bei uns immer noch der Wurm drin. Wir haben jetzt wieder eine andere Teamkonstellation gehabt, womit es einfach schwer wird, eine eigene Identität in der Offensive zu finden. Wir müssen und wollen eigentlich deutlich schneller spielen, um uns bessere Würfe herauszuspielen und die dann auch mit Selbstvertrauen zu nehmen. Ich glaube, die Intensität und die Emotionen waren heute auf einem Level, wie wir uns das vorstellen, nur offensiv müssen wir einfach noch bessere Lösungen finden. Da liegt es jetzt an uns, das auf die Reihe zu bekommen. Dafür brauchen wir bessere Screens, besseres Spacing und vor allem viel mehr Tempo.“

Dabei kamen die Vestestädter gegen den amtierenden Rekordmeister offensiv recht passabel ins Spiel. Schnell traf Coburgs Scharfschütze Savion Brown drei Dreier und hielt den BBC dadurch auf Augenhöhe mit den Giants (12:15). Auch Neuzugang Musa Abra fand sich bei seinem Debüt zügig ein: Erst ein Assist auf Ćosić gefolgt von zwei erfolgreichen Freiwürfen von der neuen Nummer 12 verkürzten kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts auf 16:17. Den Schlusspunkt auf die ersten zehn Minuten setzte jedoch Leverkusens Finn Fleute per Buzzer Beater zur 16:20-Führung für den ProA-Absteiger.

Nach fünf Giants-Punkten zum Auftakt ins zweite Viertel war es erneut Musa per Fast Break (18:25). Der BBC schien nun besonders defensiv einen Gang nach oben geschalten zu haben. Immer wieder stoppten die Coburger hinten die Gäste vom Rhein, konnten daraus am vorderen Ende aber zu wenig Kapital schlagen. Herzog stellte nach sehenswertem Zuspiel von Brown fünf Minuten vor der Halbzeit noch einmal auf 22:27, allerdings sollten das die letzten BBC-Zähler im ersten Durchgang gewesen sein. Auf der Gegenseite packten die Leverkusener tatsächlich auch nur neun weitere Punkte aufs Scoreboard, was aufgrund der Coburger Wurfkrise aber in einen soliden 14-Punkte-Vorsprung mündete (22:36). Lediglich sechs Zähler erzielten die Vestestädter im zweiten Viertel — nicht genug, um die stabil stehende Defensive zu belohnen.

Als viel Stückwerk ließen sich die Coburger Offensiv-Bemühungen auch nach dem Seitenwechsel beschreiben. Dagegen baute Leverkusen die Führung auf zeitweise sogar 24 Zähler aus (31:55). Beim BBC waren es Ćosić und Abra, die die Dezibelzahl in der HUK-COBURG arena in dieser Phase hin und wieder anhoben und einige gelungene Offensivaktionen zum Viertelende verbuchten (39:59). Im Schlussabschnitt bekleckerten sich beide Mannschaften nicht wirklich mit Ruhm. Längst entschieden war die Partie zugunsten der Giganten vom Rhein, die damit ihren vierten Sieg am Stück einfuhren und dadurch auf Platz 3 springen, während bei den Coburgern trotz der am Ende deutlich ausfallenden 53:74-Heimpleite an der defensiven Vorstellung nicht wirklich viel auszusetzen bleibt. Problematisch dagegen liest sich die derzeitige Dürre und Effizienz im Angriff.

BBC Coburg:

Egger 3, NEUNHOEFFER (4 Assists, 4 Rebounds), WENZL 3 (3 Assists), HERZOG 8 (3 Rebounds), BROWN 13 (3/7 Dreier), Abra 13 (3 Assists, 7 Rebounds, 3 Steals), Deinlein, Larsen, KOPPKE 3 (5 Rebounds), Lang 2, Lahr dnp, Ćosić 8 (4 Rebounds)

Durch die inzwischen vierte Niederlage in Serie steht der BBC nach fünf absolvierten Spieltagen auf Rang 12 der ProB Süd. Die kommende Aufgabe für die junge Vestestädter Mannschaft am nächsten Samstagabend (24.10.) beim noch ungeschlagenen Tabellenführer aus Reutlingen wird dagegen auch nicht weniger herausfordernd.