Frisch eingekleidet im neuen orangenen Auswärtsgewand setzte es für den BBC Coburg bei den Fellbach Flashers die erste Pleite der noch jungen Spielzeit. Nach einer überaus ansehnlichen ersten Hälfte (45:40) brach den Vestestädtern in der zweiten Halbzeit zuerst die Defensive und anschließend auch die Offensive völlig weg, wodurch sich das Team von Patrick Seidel schlussendlich mit 73:92 geschlagen geben musste. Die zweiten 20 Minuten gingen dabei mit 28:52 aus Coburger Sicht deutlich an die in dieser Saison hoch einzuschätzenden Schwaben, die damit als eine von drei Mannschaften neben Aufsteiger Reutlingen und Rhöndorf weiterhin ungeschlagen bleiben. Bester BBC-Werfer an diesem Abend wurde Forward Tim Herzog mit 15 Punkten.
Stolz auf Durchgang eins, bei deutlichen Verbesserungsbedarf in Halbzeit zwei — so fasst BBC-Hauptübungsleiter Patrick Seidel die Vorstellung seiner Schützlinge bei den Flashers zusammen: „Mit unserer ersten Halbzeit bin ich heute sehr zufrieden, vor allem damit, wie wir unseren Gameplan umgesetzt haben. Wir haben Eins zu Eins das aufs Feld gebracht, was wir gegen die Presse vorbereitet hatten und konnten sie dadurch auch mehrmals erfolgreich überspielen. Das hat uns dann natürlich auch den Lauf und das nötige Selbstvertrauen gegeben, wodurch wir auch in der Verteidigung angezogen haben und nur 16 Fellbacher Punkte im zweiten Viertel zugelassen haben, was bei deren Qualität wirklich sehr gut ist. In der zweiten Halbzeit haben wir dann aber massiv bei unserer Pick-and-Roll-Verteidigung nachgelassen, dazu auch bei unseren Rotationen abseits vom Ball. Dementsprechend haben wir uns so viele Punkte gefangen. Als das Spiel dann weg war, ist auch offensiv gar nichts mehr zusammengelaufen und wir haben nichts mehr getroffen. Mit 15 Prozent von der Dreierlinie (4/26 3P) gewinnt man heutzutage auch einfach kein modernes Basketballspiel und deshalb haben wir — vielleicht nicht in der Höhe — aber insgesamt verdient verloren, obwohl wir mit einigen Sachen aus der ersten Hälfte zufrieden sein können.“
Unverändert im Vergleich zur Vorwoche begannen die Vestestädter erneut mit Egger, Wenzl, Herzog, Brown und Koppke in der Starting Five. Während Fellbach in wirklich munteren Anfangsminuten vor allem nach zweiten Chancen zu seinen Punkten kam, zeigten sich die Coburger bestens eingestellt auf die Ganzfeldpresse der Hausherren. Schnell wurde der Ball nach vorne bewegt, wodurch die Falle der Flashers nur selten zuschnappte (12:11). Der BBC behielt auch dadurch eine knappe Führung (19:15), ehe einige Coburger Turnover in einfachen Flashers-Zählern auf der Gegenseite mündeten. Mit einem 9:0-Run durch ihre beiden Neuzugänge D‘Monte Brown und Dennis Diala beendete Fellbach folglich das erste Viertel (19:24).
Doch davon unbeeindruckt zeigten sich die Vesterstädter nach der Viertelpause und legten anschließend ihre beste Phase der Partie hin. Clever und gedankenschnell ließen die Coburger in der Offensive den Ball laufen, wohingegen die Flashers auf der anderen Seite nicht mehr zu leichten Zählern in Korbnähe kamen und ihr Glück — noch ohne Erfolg — von außen suchten. Demzufolge übernahm der BBC ab Mitte des zweiten Viertels wieder die Führung (29:28). Einzig Jonathan Zeisberger bekamen Wenzl und Co. nicht in den Griff, nach dessen erneuter Einwechslung die Fellbacher Offensive ihre Produktivität wieder deutlich steigerte. Allerdings konterten die Coburger in Person von Tim Herzog, der seinerseits sowohl acht BBC-Zähler in Folge auflegte als auch seine Mannen per Buzzer Beater aus der Ecke mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung in die Kabine schickte (45:40).
Nur einen von sieben Würfen aus der Distanz versenkten die Flashers auch aufgrund der wachen Coburger Defense im ersten Durchgang. Zu Ungunsten des BBC sollte sich das im dritten Viertel allerdings schlagartig ändern. Innerhalb von nicht einmal fünf Minuten versenkten erst Diala, gefolgt vom doppelten Zeisberger und dem zweifachen Edokpayi gleich fünf Dreier und holten die Führung in die heimische Gäuäckersporthalle zurück (51:60). Bei den Vestestädtern stemmte sich in dieser Phase vor allem Benjamin Koppke gegen das Fellbacher Dreierfeuerwerk und hielt seine Mannschaft dadurch weiterhin in Schlagdistanz (61:65). Was Zeisberger im zweiten Viertel war, wurde Edokpayi für die Flashers im dritten Spielabschnitt: Elf seiner 20 Punkte legte der US-Nigerianer in den zehn Minuten nach der Pause auf und sorgte dafür, dass die Schwaben mit einer 65:71-Führung in den Schlussakkord gingen.
Diesen eröffneten die Fellbacher mit fünf Zählern am Stück, bevor Brown nach drei gespielten Minuten den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich drückte (67:76). Das sollte jedoch aus Vestestädter-Sicht das letzte Mal gewesen sein. Sein Namensvetter im Flashers-Trikot und der bis dato noch völlig unauffällige Zacek zogen den Coburgern mit drei Dreiern in Folge endgültig den Stecker, während der zuvor noch abgeklärt agierenden BBC-Offensive nichts mehr gelingen wollte (69:85). Lediglich acht Punkte packten die Coburger im gesamten Schlussviertel noch aufs Scoreboard — zu wenig, um den Flashers noch einmal gefährlich zu werden.
BBC Coburg:
EGGER 4 (5 Assists), Neunhoeffer 5 (5 Rebounds), Günther 4, WENZL 7 (10 Assists, 5 Rebounds), HERZOG 15 (2/4 Dreier), BROWN 10 (3 Rebounds), Deinlein 10, Larsen, KOPPKE 13 (4 Rebounds), Ćosić 5 (3 Assists, 7 Rebounds)
Für den BBC heißt es jetzt: Mund abputzen und weitermachen! Denn schon am kommenden Sonntag (11.10.) geht die wilde Coburger Auswärtsreise zu Saisonbeginn weiter. Gegner an Station Nummer drei sind dieses Mal die Oberhaching Tropics, die sich erst neulich noch einmal prominent auf dem Transfermarkt verstärkt haben. Tip-off in der Grundschule Deisenhofen ist um 16 Uhr.


