Die phänomenale Playoff-Reise des BBC Coburg weiter! Im entscheidenden Spiel 3 der Viertelfinal-Serie gegen die Baskets Juniors TSG Westerstede verteidigten die Schützlinge von Patrick Seidel die heimische „Vestung“ HUK-COBURG arena erfolgreich mit 81:77 und ziehen damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Halbfinale der ProB-Playoffs ein. Überragender Akteur und zugleich Coburgs Topscorer wurde dabei Finn Döntgens mit 22 Punkten. Obendrein sammelte der Big Man 12 Rebounds ein und legte damit abseits eines neuen persönlichen Career-Highs sein erstes Double-Double im BBC-Dress auf. Neben dem Center punkteten Dylan Fasoyiro (17), Νico Höllerl (12) und Kapitän Nico Wenzl (12) zweistellig.
Eine Achterbahn der Gefühle war die Partie nicht nur die 953 Zuschauer in der HUK-COBURG arena, sondern auch für Coburgs Head Coach Patrick Seidel. Trotz 22 Ballverlusten und acht Würfen weniger aus dem Feld hielt sein Team der Drucksituation schlussendlich stand und kämpft somit als eine von vier verbleibenden Mannschaften weiter um den Titel: „Ich freue mich für die Jungs, dass wir das Spiel am Ende noch gezogen haben. Der Beginn des Spiels war sehr gut. Da haben wir den Ball super bewegt und unser defensives Konzept durchgepresst. Dann zum Start vom zweiten Viertel gab es den ersten kleinen Einbruch, der mich ein bisschen verdutzt zurückgelassen hat, weil wir da Sachen gemacht haben, die wir so im Vorhinein gar nicht besprochen hatten. Danach haben wir uns aber gut gefangen und uns deswegen auch verdient zur Halbzeit einen Vorsprung herausgespielt, obwohl einige unserer Top-Spieler aufgrund von Foulproblemen auf der Bank sitzen mussten. In der zweiten Halbzeit war es dann sehr viel hin und her. Wir hatten das Spiel dann eigentlich relativ schnell auf der sicheren Seite gehabt, aber haben Oldenburg durch eigene Fehler und Turnover wieder zurück ins Spiel kommen lassen. Aber am Ende des Tages fragt da aber morgen keiner mehr nach. Wir sind im Halbfinale und das macht mich sehr stolz und glücklich!“
Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten zu Beginn legte der BBC in diesem Alles-oder-Nichts-Spiel los wie die berühmte Feuerwehr. Innerhalb von fünf Minuten stellten die Coburger, bei denen weiterhin Herzog, Theiß und Lahr nicht zur Verfügung standen, dank eines 19:0-Laufs von 1:5 auf 20:5. Besonders von außen hatten Höllerl, Wenzl und Egger dabei ihr Visier schnell scharf gestellt. Die Oldenburger, die ohne Colin Schroeder, Alan Boger und dem MVP aus Spiel 2 Simon Kohlhoff (18 Punkte) ebenfalls arg ersatzgeschwächt antreten mussten, taten sich im ersten Viertel sichtlich schwer gute Abschlüsse herauszuspielen. Mit 24:9 gingen die ersten zehn Minuten daher deutlich an die Vestestädter.
Doch wer geglaubt hat, dass dieses Spiel 3 eine eindeutige Angelegenheit wird, hatte die Rechnung ohne die Niedersachsen gemacht. Die kamen nämlich wie verwandelt aus der Viertelpause und verkürzten den Rückstand durch einen 10:0-Run ihrerseits auf 24:19. Auf Seiten der Coburger hielt lediglich Finn Döntgens dagegen, doch auch er allein konnte nicht verhindern, dass Fugett Mitte des zweiten Viertels Oldenburg tatsächlich in Führung brachte (28:29). Der BBC, der in dieser Phase sowohl auf Fasoyiro (2 Fouls) als auch auf Dawson (3 Fouls) verzichten musste, berappelte sich aber wieder. Angeführt von Döntgens holten sich die Vestestädter nicht nur die Führung zurück, sondern gingen mithilfe eines 13:1-Laufs sogar mit einem zweistelligen Vorsprung in die Kabine (43:33).
Diese Führung um die 10-Punkte-Marke herum behielten die Coburger auch über weite Strecken des dritten Viertels. Gegen Ende jedoch taute bei den Baskets Juniors der in der ersten Hälfte gar nicht zum Einsatz gekommene Hemschemeier allmählich auf und brachte die Gäste nach 30 Minuten bis auf 60:54 heran.
Den Schlussabschnitt eröffnete der BBC durch Fasoyiro, Ćosić und Döntgens mit einem 7:0-Run (67:54). Die Antwort der Oldenburger folgte allerdings postwendend: Nicht einmal zwei Minuten benötigten Fugett, Hemschemeier und Ewert, um den Rückstand wieder auf bloß sieben Zähler schrumpfen zu lassen (68:61). Die zuvor angesprochene Foulproblematik wurde anschließend sowohl den Hausherren als auch den Gästen zum Verhängnis. Dawson, der an diesem Tag sein bis dato schwierigstes Spiel im BBC-Trikot absolvierte, und Fugett waren nach einem jeweils leichtsinnigen Foul bereits fünf Minuten vor Ende ausgefoult. Für den BBC übernahm anschließend unbeirrt davon weiter Döntgens das Scoring in der Offensive. Immer wieder fand dabei Coburgs Chefstratege Nico Wenzl seinen Big Man in guter Position am Brett, der daraufhin für die Niedersachsen gar nicht oder ausschließlich per Foul zu stoppen war. So setzten sich Coburger allmählich ab und lagen nach einem Jumper von Fasoyiro knapp zwei Minuten vor Schluss mit elf Zählern in Front (80:69). Doch der Kampfgeist der Oldenburger war ungebrochen. Mit einem 8:0-Lauf, der vor allem die Folge mehrerer einfacher BBC-Turnover war, kamen die Baskets Juniors nach zwei Fast-Break-Punkten von Fungula 24 Sekunden vor dem Ende tatsächlich noch einmal auf drei Punkte heran (80:77). Bei Fasoyiro flatterten infolgedessen die Nerven von der Freiwurflinie, sodass Fungula bei noch zehn Sekunden auf der Uhr per Dreier sogar die Chance auf den Ausgleich hatte. Der Distanzwurf des Schweden verpasste zur Freude der knapp 1.000 BBC-Fans jedoch sein Ziel und so war es Coburgs MVP Finn Döntgens vorbehalten, den historisch ersten Halbfinaleinzug seiner Mannschaft dieses Mal per erfolgreichen Freiwurf zu veredeln.
BBC Coburg:
Egger 4 (1/2 Dreier), HÖLLERL 12 (4 Rebounds, 2/7 Dreier), Neunhoeffer 2, Günther, WENZL 12 (7 Assists, 3 Rebounds, 4/10 Dreier), FASOYIRO 17 (6 Assists, 7 Rebounds, 1/3 Dreier), DAWSON 3 (6 Rebounds), Deinlein 2, DÖNTGENS 22 (12 Rebounds), Ćosić 7 (4 Rebounds)
Der mögliche Coburger Halbfinal-Gegner stand bereits seit vergangenen Sonntag fest. Dort warten die ETB Miners Essen auf den BBC, die aufgrund ihrer Platzierung als Hauptrundenerster der ProB Nord mit dem Heimvorteil auf ihrer Seite in diese Halbfinale-Serie gehen werden. Spiel 1 der Best-of-three-Serie findet am kommenden Sonntag (03.05.) in der Sporthalle Am Hallo in Essen statt. Im anderen Halbfinale bekommt es die OrangeAcademy Ulm mit LOK BERNAU zu tun.


